Leitfaden Preise

Was kostet Fulfillment? Das rechnen 3PL-Anbieter ab.

Zwei Angebote können dieselben Wörter nutzen und anderes messen. Hier sehen Sie, was jede Position zählt.

Allgemeine Information zum Aufbau von Entgelten, keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung. Marktpreise nennen wir hier nicht, weil sie ohne Ihre Produkt- und Auftragsdaten wenig aussagen.

Eine Hand führt einen roten Klebebandabroller über einen Karton und verschließt ihn mit transparentem Klebeband.

So funktioniert die 3PL-Abrechnung

Dieser Leitfaden kommt ohne Preis pro Auftrag aus, denn veröffentlichte Durchschnittswerte mischen Produkte, Mengen und Länder, bis die Zahl über Ihre Ware kaum noch etwas aussagt. Mehr hilft es, zu klären, was gezählt wird. Viele unangenehme Rechnungen entstehen aus einer Definition, nicht aus einem Satz.

Fulfillment-Kosten im Überblick

PositionÜbliche EinheitenWas sie beeinflusstWas festzulegen ist
WareneingangJe Palette, Karton, Stück oder StundeGemischte Artikel, fehlende Etiketten, ZähltiefeWas Standard ist und was schon Zusatzarbeit
LagerungJe Palettenplatz, Fach, Lagerplatz oder Volumen, je ZeitraumBelegter Platz, Langsamdreher, SaisonWann gemessen wird und ob leerer Platz berechnet wird
AuftragsabwicklungJe Auftrag plus je Position oder StückPositionen je Auftrag, Stück je Position, ZusatzschritteWas die Grundgebühr enthält
MaterialJe Stück nach Liste oder von Ihnen gestelltKartongröße, Füllmaterial, BeilagenListenpreis, Aufschlag und wem der Materialbestand gehört
VersandkostenJe Paket oder Palette nach Service, Gewicht, Maß und ZoneMaße, Zuschläge, ZielgebietWessen Vertrag und wie Zuschläge weitergegeben werden
RetourenJe Paket, Stück oder SchrittPrüftiefe, Fotos, UmpackenWelche Schritte im Entgelt enthalten sind
ZusatzarbeitenJe Stück, Auftrag oder StundeAnweisung, Aufwand, EilbedarfWer freigibt und wie es dokumentiert wird
Einrichtung und KontoEinmalig, monatlich oder als MindestbetragSchnittstelle, Arbeitsanweisungen, geringes VolumenWas geliefert wird und was bei sinkendem Volumen passiert

Wareneingang: Sie bezahlen dafür, wie die Lieferung aussieht

Dieselbe Warenmenge kann sehr unterschiedlich viel Arbeit machen. Eine sortenreine Palette mit beschrifteten Kartons bedeutet Scannen und Zählen. Ein Container mit losen Kartons, gemischten Artikeln und ohne Etiketten bedeutet Handentladung, Sortieren, Etikettieren und Zählen.

  • Ist das Entladen enthalten? Hat ein lose beladener Container einen anderen Preis als Paletten?
  • Wie tief wird gezählt: Paletten, Kartons oder Einzelstücke? Stückzählung kostet mehr, findet aber auch mehr.
  • Was geschieht, wenn eine Lieferung ohne Avis kommt oder davon abweicht? Dazu: wie eine Avisierung funktioniert.
  • Kostet die Erfassung von Charge, Mindesthaltbarkeit oder Seriennummer extra?
  • Wer bringt fehlende Etiketten an, und zu welchem Satz?

Auf diese Position haben Sie Einfluss. Der Verpackungsstandard Ihres Lieferanten beeinflusst die Kosten im Wareneingang oft stärker als jeder verhandelte Satz.

Lagerung: Einheit und Messzeitpunkt

Palettenplatz, Fachplatz, Behälter, Kubikmeter: Jede Einheit begünstigt ein anderes Produktprofil. Kleine Schnelldreher schneiden bei Palettenpreisen oft schlecht ab, sperrige Langsamdreher bei Volumenpreisen. Dann kommt der Zeitpunkt. So wird üblicherweise gezählt:

  • Tägliche Zählung: Sie zahlen, was an jedem Tag wirklich lag. Das folgt Ihrem echten Bestand.
  • Stichtag: Der Bestand an einem bestimmten Tag des Zeitraums bestimmt die Rechnung. Eine Lieferung kurz davor kann einen ganzen Zeitraum kosten.
  • Spitzenwert: Der höchste Stand im Zeitraum legt den Preis fest. Eine kurze Spitze zahlen Sie über den ganzen Zeitraum.
  • Reservierung: Sie zahlen, was reserviert ist, genutzt oder nicht. Planbar, aber prüfen Sie die Regeln zur Freigabe.

Fragen Sie, wie ein teilbelegter Palettenplatz zählt, welche Palettenhöhe angenommen wird und ob ein halb leerer Platz voll berechnet wird. Langsamdreher verdienen einen eigenen Blick: Ein Artikel, der selten verkauft wird, kann in der Lagerung mehr kosten, als seine Marge einbringt, und das behebt eine Preisverhandlung allein nicht.

Kommissionierung und Verpackung: Lesen Sie die Definitionen

Hier sehen Angebote oft am ähnlichsten aus und unterscheiden sich am stärksten. Die Bausteine gleichen sich, ihre Grenzen nicht:

  • Auftrag: eine Kundenbestellung oder ein Paket? Was gilt bei geteiltem Versand?
  • Position: ein Artikel im Auftrag, unabhängig von der Menge. Manche Anbieter zählen anders.
  • Stück: das physisch gegriffene Teil. Ist ein Sechserpack ein Stück oder sechs?
  • Enthalten: eine bestimmte Zahl von Positionen oder Stück, Kartonverschluss, Versandetikett, eine Standardbeilage?
  • Nicht enthalten: Geschenkverpackung, zusätzliche Beilagen, Verpackung zerbrechlicher Ware, persönliche Karten, Seriennummern beim Versand.
  • Sets: als eine Position berechnet oder je Komponente?

Material: kleine Beträge, große Menge

Kartons, Versandbeutel, Klebeband, Füllmaterial, Etiketten und Beilagen stehen oft in einer Preisliste oder stecken im Auftragspreis. Prüfen Sie, was zutrifft. Sind sie enthalten, fragen Sie nach den Größen und danach, was passiert, wenn Ihr Produkt mehr braucht. Stellen Sie Verpackung mit Ihrem Branding selbst, klären Sie, ob deren Lagerung als Lagerung berechnet wird und wer rechtzeitig nachbestellt.

Fragen Sie auch, wie der Karton ausgewählt wird. Ein Karton, der eine Nummer zu groß ist, kostet mehr beim Füllen und womöglich mehr beim Versand. Hier helfen gute Stammdaten.

Versandkosten: erst trennen, dann genau hinsehen

Halten Sie beim Vergleich den Transport von der Lagerarbeit getrennt, sonst verdeckt ein guter Frachtpreis eine teure Abwicklung, und umgekehrt. Dann fragen Sie:

  • Wessen Vertrag ist es? Ihrer, und das Lager übergibt nur die Pakete, oder der des Dienstleisters, der den Preis weitergibt?
  • Ist der Satz je Service fest oder beruht er auf einer Liste des Versanddienstleisters mit Aufschlag? Wie werden Änderungen angekündigt?
  • Wie werden Zuschläge für Kraftstoff, Übergröße, abgelegene Gebiete und fehlgeschlagene Zustellungen weitergegeben?
  • Beruht die Rechnung auf Ihren angegebenen Gewichten und Maßen oder auf der Messung des Versanddienstleisters? Gilt für Ihre Pakete ein Volumengewicht?
  • Wer reicht Verlust- und Schadensmeldungen ein, und was kommt davon zurück?

Retouren: in Schritten bepreist

Retouren bekommen im Angebot oft am wenigsten Aufmerksamkeit, und gerade hier überrascht die Rechnung leicht. Die Arbeit besteht aus Schritten, und ein niedriger Eckpreis deckt womöglich nur den ersten ab.

  1. Annahme und Erfassung des Pakets sowie Zuordnung zum Auftrag.
  2. Identifikation des Artikels und Prüfung nach Ihren Kriterien.
  3. Fotos und Zustandsnotiz, wenn Ihre Anweisung sie verlangt.
  4. Wiedereinlagerung oder Umpacken davor, samt verbrauchtem Material.
  5. Lagerung im Sperrbestand und Handling dessen, was ihn verlässt: an Sie oder an einen von Ihnen benannten Dritten.
  6. Pakete ohne Zuordnung und Ausnahmen.

Der Hebel ist die Prüftiefe. Eine gründliche Prüfung eines günstigen Zubehörteils kann mehr kosten, als das Teil wieder einbringt. Legen Sie die Tiefe je Produktfamilie fest und schreiben Sie sie in Ihre Anweisung. Dazu: wer über eine Retoure entscheidet.

Zusatzarbeiten: was noch auf der Rechnung landet

  • Etikettieren, Umetikettieren, Konfektionieren und Umpacken, je Stück oder Stunde.
  • Inventuren: Ist eine jährliche enthalten, und was kosten weitere?
  • B2B-Abwicklung: Palettenaufbau, Handelsetiketten, Einhaltung von Routing Guides.
  • Eigene Berichte und Schnittstellenänderungen nach dem Start.
  • Zuschläge in der Hochsaison oder für Eilaufträge.
  • Monatliche Mindestbeträge und Kontogebühren.
  • Entsorgung von Ware oder Verpackung sowie Ausstiegskosten: Warenfreigabe, Abwicklung und Datenexport.

Stundenarbeit ist nicht per se schlecht. Klären Sie aber, wer sie freigeben darf, wie der Nachweis aussieht und ab welcher Grenze Ihre schriftliche Zustimmung nötig ist.

So vergleichen Sie Angebote sauber

Arbeiten Sie mit einem Referenzmonat. Nehmen Sie ihn aus Ihren eigenen Daten statt aus einem groben Durchschnitt, und schicken Sie allen dieselbe Beschreibung.

  1. Beschreiben Sie den Monat. Zahl der Aufträge, aufgeschlüsselt nach Positionen und Stück je Auftrag. Wareneingänge und wie sie ankommen. Bestand nach Lagerart, mit höchstem und niedrigstem Stand. Retouren je Produktfamilie. Regelmäßige Zusatzarbeiten.
  2. Legen Sie die Produktdaten bei. Maße, Gewichte und besondere Handhabung.
  3. Lassen Sie diesen Monat bepreisen, in der Struktur des jeweiligen Anbieters, jede Annahme daneben schriftlich.
  4. Vereinheitlichen Sie. Jede Position kommt in eine Tabelle, mit denselben Zeilen für alle. Trennen Sie Versandkosten von Lagerkosten.
  5. Rechnen Sie die schwierigen Fälle. Einen Spitzenmonat, einen ruhigen Monat, einen mit überdurchschnittlich vielen Retouren und einen mit Produkteinführung. Angebote, die im Normalmonat gleich wirken, trennen sich oft genau hier.
  6. Notieren Sie, was fehlt. Behandeln Sie eine leere Zeile im Vergleich als offene Frage.

Fragen Sie auch nach den Bedingungen rund um die Sätze: wie lange sie gelten, wie sie sich ändern, mit welcher Vorankündigung, was passiert, wenn Ihr Volumen unter eine Annahme fällt, und was der Ausstieg kostet.

Warnzeichen in einem Angebot

  • Ein einziger Pauschalbetrag ohne schriftliche Annahmen.
  • Sätze ohne Definition von Auftrag, Position oder Stück.
  • Retouren als abgedeckt beschrieben, ohne Schritte und Preis.
  • Kein Wort dazu, was außerhalb der Annahmen geschieht.
  • Ein Anbieter, der vor der Kalkulation nichts zu Ihren Produkten fragt.

So kalkuliert ShipRevo

Wir kalkulieren nach Tätigkeit: Wareneingang, Lagerung, Auftragsabwicklung, Material, Retouren und freigegebene Zusatzarbeiten, als getrennte Positionen, die Annahmen daneben schriftlich. Eine Preisliste veröffentlichen wir nicht, weil die Zahlen von Ihren Produkten und Mengen abhängen. Schicken Sie uns eine Beschreibung wie oben, dann können Sie unsere Antwort direkt in Ihren Vergleich übernehmen. Beginnen Sie mit dem Anfrageformular, oder lesen Sie, was das Fulfillment umfasst.

Aktualisiert: 2026-11-01

Nächster Schritt

Prüfen Sie uns an den Zahlen eines eigenen Monats.

Schicken Sie Ihr Auftragsprofil, gern in groben Spannen. Sie erhalten ein nach Tätigkeiten aufgeschlüsseltes Angebot, die Annahmen schriftlich dazu.