Leitfaden Anbieterwahl

3PL-Dienstleister auswählen: was Sie fragen sollten.

Präsentationen ähneln sich, deshalb lohnt der Blick auf die Abläufe. So testen Sie einen Dienstleister vor der Unterschrift.

Allgemeine Einkaufshilfe, keine Rechtsberatung. Lassen Sie den Vertrag von Ihrer Rechtsberatung prüfen.

Hohe Stahlregale mit Warenpaletten entlang eines Betonbodens in einer gedämpft beleuchteten Lagerhalle.

Prüfliste zur Auswahl eines 3PL-Dienstleisters

Dieser Leitfaden nützt Ihnen bei jedem Anbieter, auch wenn wir es am Ende nicht sind. Er setzt voraus, dass die Grundfrage geklärt ist. Wenn nicht, beginnen Sie mit Logistik auslagern: wann es sich lohnt.

Zuerst die eigenen Daten

Ein Dienstleister kann nur so gut kalkulieren, wie Sie ihn informieren. Schicken Sie jedem Anbieter dieselbe Datei, sonst vergleichen Sie am Ende unterschiedliche Annahmen.

  • Auftragsprofil: Aufträge im Monat, Positionen je Auftrag, Verteilung über Wochentage
  • Sortiment: Anzahl der SKUs, Maße, Gewichte, Chargen oder Seriennummern
  • Spitzen: Kampagnen und Saison, mit dem Verhältnis zum normalen Monat
  • Retouren: Menge, Warengruppen, was heute damit geschieht
  • B2B: Paletten, Routing Guides, Anforderungen Ihrer Abnehmer

Nennt ein Anbieter einen Preis, ohne danach zu fragen, lassen Sie sich seine Annahmen zeigen.

Leistungsumfang: auch was nicht dazugehört

Lassen Sie sich den Umfang schriftlich geben, und zwar auch die Grenzen: welche Waren abgelehnt werden, wer mit Endkunden spricht, was mit Arbeiten außerhalb des Umfangs passiert und wer sie freigibt. Allgemeine Aussagen ersetzen keine Leistungsbeschreibung.

Kennzahlen: Definitionen zählen mehr als Prozente

Richtwerte nennt dieser Leitfaden nicht, denn wichtiger ist, was eine Zahl misst. Zwei Anbieter können denselben Wert nennen und etwas anderes meinen.

KennzahlWas Sie fragenWorauf zu achten ist
Pünktlicher VersandAb wann läuft die Uhr? Welcher Bestellschluss gilt? Was wird herausgerechnet?Aufträge mit Ausnahmen oder aus Spitzentagen fehlen in der Berechnung
KommissioniergenauigkeitGemessen je Auftrag oder je Position? Wer stellt den Fehler fest?Gezählt wird nur, was Kunden reklamieren
BestandsgenauigkeitWie wird gezählt? Welche Lagerplätze? Wie oft?Stichprobe, die nur einen Teil der Lagerplätze abdeckt
RetourenlaufzeitAb Paketankunft oder ab Erfassung? Bis zur Prüfung oder bis zur Bestandsbuchung?Die Warteschlange vor der Erfassung zählt nicht
BerichtswesenWer erhält was, wie oft, in welchem Format?Kennzahlen gibt es nur auf Nachfrage und ohne Rohdaten

Halten Sie die vereinbarten Definitionen im Vertrag fest und nicht nur im Angebot.

Stammdaten: wem sie gehören und wie sie sich ändern

Klären Sie, wer den Artikelstamm führt, wie eine Änderung vom Shop ins Lager gelangt, wer falsche Maße korrigiert und in welchem Format Sie Ihre Daten beim Ausstieg zurückbekommen. Wie ausführlich das werden kann, zeigt So läuft ein 3PL-Onboarding ab.

Zugang zu Informationen: System und Berichte

Fragen Sie, wie Sie Bestände, Aufträge und Abweichungen tatsächlich zu sehen bekommen: über einen WMS-Zugang, ein Portal oder vereinbarte Berichte und Datendateien. Jede dieser Formen kann funktionieren. Lassen Sie sich einen echten Beispielbericht zeigen, keine Folie, und testen Sie, ob Ihre Fragen damit zu beantworten sind.

Retouren: wer entscheidet und was belegt ist

  • Wer entscheidet über die Disposition, und wie sind Ihre Regeln festgehalten?
  • Wann wird ein zurückgesendeter Artikel wieder verfügbar: beim Scan oder nach der Prüfung?
  • Welche Nachweise entstehen je Artikel? Dazu Nachweise in der Retouren-Qualitätsprüfung.
  • Was geschieht mit Paketen ohne Zuordnung, und wie erfahren Sie davon?

Die Trennung zwischen Verbraucherrechten und Warenweg erklärt der Leitfaden zu Retouren-Entscheidungen.

Haftung und Vertrag: was schriftlich vorliegen sollte

  • Wofür haftet der Dienstleister bei Verlust oder Beschädigung, und bis zu welcher Höhe?
  • Wie ist Ihre Ware versichert, und wer muss was nachweisen?
  • Laufzeit, Kündigungsfristen und was eine vorzeitige Beendigung kostet
  • Mengenzusagen und was passiert, wenn Sie sie unterschreiten
  • Wie Preisänderungen angekündigt werden
  • Was beim Ausstieg mit Ihrer Ware, Ihren Daten und offenen Aufträgen geschieht

Diese Liste nennt nur Fragen und keine Rechtslage. Den Vertrag selbst sollte Ihre Rechtsberatung prüfen.

Besuch und Pilot: den Dienstleister im Betrieb testen

Gehen Sie, wenn möglich, den Weg einer Retoure und eines schwierigen Auftrags am Standort durch und fragen Sie die Menschen, die dort arbeiten. Vereinbaren Sie dann einen Pilot mit Ihren unangenehmsten Fällen: Set mit fehlender Komponente, Adressfehler, Storno nach Freigabe. Legen Sie vorab fest, was bestanden heißt.

Warnzeichen bei der Anbieterwahl

  • Präzise Prozentwerte ohne Definition
  • Ein Preis, ohne dass jemand nach Ihren Daten gefragt hat
  • „Wir sind an alles angebunden“, ohne Testplan
  • Keine schriftliche Regel für Ausnahmen
  • Keine Antwort auf die Frage, was beim Vertragsende passiert

Fulfillment-Dienstleister vergleichen: eine Tabelle zum Kopieren

Füllen Sie sie für jeden Anbieter mit seinen eigenen Worten aus. Lücken sind eine Antwort. Für die Kostenzeile hilft Was kostet Fulfillment?

KriteriumAnbieter AAnbieter B
Umfang und Ausschlüsse schriftlich
Definitionen der Kennzahlen
Wer entscheidet bei Ausnahmen
Berichte und Datenzugang
Retourenanweisung und Nachweise
Haftung, Laufzeit, Ausstieg
Kosten an den Zahlen eines eigenen Monats
Besuch und Pilot möglich

Die Rolle von ShipRevo bei dieser Prüfung

Aktualisiert: 2026-11-01

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